Donnerstag, 19. Dezember 2013

[Rezension - Buch] Er ist wieder da


http://www.amazon.de/gp/product/B008NW1M4K/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=B008NW1M4K&linkCode=as2&tag=eljemsbuecher-21Das Buch "Er ist wieder da" wurde von Timur Vermes geschrieben, es kostet 19,33€, hat 398 Seiten  und erschien im Eichborn digital Verlag.

Es ist Frühjahr 2011 und Adolf Hitler erwacht auf einem Grundstück in Berlin-Mitte. Nachdem er merkt, dass das Deutschland des 21.Jahrhundert sich verändert hat und es weder Krieg, noch seine geliebte Partei gibt und das Land voll von Ausländern ist, entschließt er sich dies zu ändern. Adolf Hitler startet eine neue Karriere und zwar in einer Comedy-Show.
Die Presse sowie die Öffentlichkeit erheben ihn schnell zur Kultfigur und stellen ihn als besten Hitler-Darsteller aller Zeiten dar. Was allen  nicht bewusst ist - er ist es wirklich, genauso idealistisch und raffiniert wie schon damals. Die neue Technologien geben ihm eine Bühne und das Nicht-Ernst-Nehmen seiner Person gibt ihm aber genau die Freiheit, die er braucht, um seine Ideologie erneut verbreiten zu können.




Dieses Buch zu bewerten ist nicht einfach, da es doch starke Gegensätze enthält, die erste Hälfte ist sehr gut geschrieben und ich musste zunächst über gelungene Formulierungen, aber auch über manche bizzaren Äußerungen schmunzeln. Das Problem an der 2ten Hälfte, ist das Wiederholen von Witzen und Phrasen, zudem verliert der Schreibstil etwas an Klasse, nicht viel, aber es fällt auf.
Wenn es jetzt aber um den wirklichen Inhalt des Buches geht, weiß ich nicht was ich genau von diesem Buch halten soll. Manche Gedankengänge Hitlers sind gut geschrieben und (leider) auch zu Teilen nachvollziehbar, während andere seinen Charakter nur noch brutaler wirken lassen. Eine Szene die Hitlers Ideologie verdeutlicht, gibt es kurz nach der Mitte und zwar möchte Hitler nur allen Ausländern und Juden Handys erlauben, damit diese im Straßenverkehr abgelenkt sind, so nicht aufpassen und totgefahren werden können.
Das Hitler seine "Führer"-Position wiedererlangen möchte, war fast schon  vor dem Lesen klar, der Weg dorthin hatte ich mir aber etwas anders vorgestellt, denn anstatt Partner in der Wirtschaft zu suchen, versucht es Hitler in diesem Fall über die Presse. Anstatt Hitler mit 2 Politikern diskutieren zu lassen, hätte ich mir ein Gespräch mit dem Vorstand von Krupp oder ein Gespräch mit Quandts gewünscht.
Als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte, stellten sich mir mehrere Fragen: Was sollte mir das Buch jetzt sagen? Kann es wieder zu so etwas kommen? Warum haben sich Sigmar Gabriel und Renate Künast auf eine Diskussion eingelassen?  Und warum kam es zu keinerlei Gegenbewegung?
Zum Schluss glaube ich nun, dass das Buch eine gewisse Gesellschaftskritik üben soll, anders herum aber auch die Medien kritisieren soll, die das ganze immer höher "pushen".
Wenn Vermes genau diese Aspekte durch das Buch kritisieren wollte, ist es ihm meiner Meinung nach gelungen. "Er ist wieder da" sollte man aber auch nur dann lesen, wenn man zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden kann und sich zudem bewusst ist, das der Protagonist ein Massenmörder ist und bleibt, egal wie viel Charme und Charisma ihm dieses Buch zuspricht.

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